Reisevorbereitung Kilimandscharo: Vorbereitung, Routen und Risiken

Auf den Kilimandscharo! Diese Tipps sollten Sie bei Ihren Reisevorbereitungen beachten.
Aaron und Achill Moser bei ihrem Aufstieg auf den Kilimandscharo

Inhalt:

Der Kilimandscharo

Reisevorbereitung

»Jeder, der nicht unter einer körperlichen Behinderung leidet, kann den Kilimandscharo besteigen«, sagt der 39-jährige Dismass Mariki, der seit 17 Jahren als Bergführer arbeitet und für die Agentur »Abercrombie and Kent« schon Hunderte Bergsteiger auf den Gipfel gebracht hat. Der Kilimandscharo ist kein technisch schwieriger Berg – allerdings unterschätzen gerade deswegen viele Touristen die Herausforderung einer Gipfelbesteigung. Man sollte sich in einem guten physischen Allgemeinzustand befinden, um den Kraterrand zu erreichen – oder entsprechend trainieren. Eine allgemeine Regel wie Wer so viele Übungen im Fitnessstudio absolviert, schafft es sicher auf den Gipfel gibt es nicht. »Am besten sind alle Übungen, die das Lungenvolumen erhöhen«, sagt Mariki. »So wie laufen, Rad fahren oder schwimmen.« Und natürlich sollte man auch das entsprechende Equipment im Gepäck haben, um in Höhen über 5000 Metern zu bestehen: die richtige Kleidung, Schlafsäcke und Gehstöcke etwa. Größere Ausrüstung wie Zelte und Campingutensilien werden meist von den Touranbietern gestellt. Nur wenn Schnee fällt, was während der Saison in den meisten Jahren nicht der Fall ist, werden auch Steigeisen benötigt.

Agenturen

Die Straßen der Städte Arusha und Moshi quellen über mit Touranbietern, die einen auf den Gipfel des nahen Kilimandscharo bringen wollen – da kann es schwierig sein, den richtigen zu finden. Dabei ist die Wahl, mit welchem Veranstalter man auf den Berg will, die wichtigste aller Entscheidungen, sagt Mariki. Als Erstes sollte man sicherstellen, dass es sich um einen registrierten Anbieter handelt. Und dann, so Mariki, könne man die guten von den schlechten daran unterscheiden, dass Letztere ihren Kunden ohne Nachfrage jeden Wunsch erfüllen – auch wenn etwa die Chancen auf eine ausreichende Akklimatisierung bei einer nur fünftägigen Tour deutlich geringer sind. Des Weiteren gilt: Je geringer der Preis, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Träger und Köche unfair bezahlt werden. Seriöse Anbieter haben langfristige Verträge mit ihren Guides, die deswegen oft verplant sind, und können somit weniger spontan Touren organisieren. Zu empfehlende Anbieter sind etwa Marikis Arbeitgeber »Abercrombie and Kent«, der 97 Prozent seiner Kunden auf den Gipfel bringt, oder der internationale Veranstalter »Adventure Consultants«.

Routen

Aufstieg auf den Kilimandscharo

Viele Wege führen hinauf zum Gipfel. Die bekannteste ist die Marangu-Route, die auch den Spitznamen Coca-Cola- Route trägt, weil Gäste dort nicht im Zelt, sondern in Hütten übernachten und dabei kalte Limo trinken können. Auf diesem Weg, damals noch ohne Hüttenübernachtung, bestiegen auch Hans Meyer und Ludwig Purtscheller 1889 als Erste den Kilimandscharo. Am beliebtesten aber ist heute die Machame-Route, besser bekannt als Whiskey-Route, die einen in mindestens sechs Tagen zum Gipfel bringt. Bis zu 300 Bergsteiger am Tag können auf diesem Pfad unterwegs sein. Als technisch am schwierigsten gilt die selten benutzte Umbwe-Route, als besonders szenisch dagegen die bis zu neun Tage lange Tour über die Lemosho-Route, die sich auch mit der Northern-Circuit-Route zu einer großartigen Wanderung verlängern lässt, so wie sie Achill Moser erlebte.

Risiken

Die größte Gefahr am Berg ist die Höhenkrankheit, die durch den ab 2500 Meter entstehenden Sauerstoffmangel im Körper verursacht wird. Symptome können etwa starke Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen sein. Das einzige probate Gegenmittel ist dann ein schneller Abstieg. Um das Auftreten der Höhenkrankheit zu verhindern, sollte man sich beim Aufstieg für die Akklimatisierung genügend Zeit lassen – weswegen vor allem günstige Touren, die ihre Kunden im Eiltempo auf den Gipfel karren, mit Vorsicht zu genießen sind. Gute Veranstalter testen dazu das Sauerstofflevel ihrer Kunden. Ansonsten gilt als Rezept gegen die Höhenkrankheit: »Viel trinken, genug essen und langsam gehen«, wie Mariki sagt.

Preis

Expeditionen auf den Kilimandscharo sind kein günstiges Unterfangen – und sollten es vielleicht, um die Anzahl der Bergsteiger an den Hängen zumindest teilweise zu kontrollieren, auch nicht sein. Fünftägige Wanderungen über die Marangu-Route gibt es schon ab rund 1200 Euro, nach oben ist der Preis offen. Eine neuntägige Tour über die Machame-Route mit »Abercrombie and Kent« kostet etwa 6500 Euro. Egal, ob man die günstige oder die teure Option wählt, obendrauf sollten in jedem Fall noch einmal Trinkgeld für Guides, Köche und Träger kommen, ohne deren Arbeit es nur die wenigsten Gäste auf den Gipfel schaffen würden.

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Autor

Achill Moser